| Ein provisorisches Logo gab es zwar. Dies sollte
aber durch ein professionelles und ansehnliches ersetzt werden. Ein frisches und jugendliches Image sollte mit dem Lern- und Lehrbetrieb im Kulturzentrum vermittelt werden - so waren für diesen Auftrag ältere Designer von Anfang eher ausgeschieden.
Die Stiftung entschied sich für die Alzeyerin Christine Bayer, die Anfang des Jahres ihr Grafikdesign-Studium an der Mainzer Fachhochschule erfolgreich abgeschlossen hatte. Früher war sie selbst Schülerin an der Musikschule in den
Fächern Gesang und Gitarre.
"Noch bevor ich wusste, dass ich das Logo entwerfen darf, habe ich mir schon Gedanken über das Aussehen gemacht und die ersten Entwürfe gezeichnet", erzählt die junge Designerin. Das Logo sollte weder nur die Kreismusikschule noch die Volkshochschule allein darstellen. "Wenn man versucht, beide Schulen in einem Logo unterzubringen, wirkt es zu voll. Außerdem: Was, wenn die Stiftung noch etwas dazu nimmt? Dann müsste das Logo wieder verändert
werden", erklärt die Fachfrau in Sachen Grafik und Design. So schlug sie vor, das markante Gebäude der Schulen an der Ecke Theodor-Heuss-Ring/Weinheimer Landstraße grafisch umzusetzen. Richtig voran ging es, als der Leiter der Musikschule, Kurt Steffens, ihr eine Schwarz-weiß-Fotografie des Hauses vom Anfang des 20. Jahrhunderts zukommen ließ, die er bei dem Internet Auktionshaus
"Ebay" entdeckt hatte. So wurde die fast 100 Jahre alte Jugendstil-Postkarte zur Vorlage für das neue Logo. Ausgangspunkt der Überlegungen war nicht zuletzt der an sich reizvolle Kontrast, der zwischen dem alten, kompakten Gebäude und dem "sehr Jungen, Frischen" besteht, was sich im Gebäude abspielt. Immer wieder näherte sie sich dem Gebäude, lief um es herum, betrachtete es aus
der Nähe und Ferne. So entstanden rund 50 Zeichnungen. Nach dem Einscannen bearbeitete die Grafikern die Zeichnungen mit dem Computer weiter. "Die Hauptfarbe ist blau, weil blau nie out ist. In Verbindung mit der Farbe Rot wird das Logo kontrastreicher und wirkt belebter", sagt Christine Bayer. Das Logo müsse aber auch in schwarz-weiß funktionieren (nicht zuletzt der vielen
Schwarzweiß-Prospekte wegen). Deswegen sei Gelb von vornherein rausgefallen, erzählt die 26-Jährige. Mit dem Ergebnis kann sich die Stiftung sehen lassen: Auf einer Pressekonferenz wurde es vorgestellt. Dabei war auch Stefan Bott, Geschäftsführer der Firma IDSM zugegen. Bott wurde hellhörig - und nun arbeitet Christine Bayer für das Software-Unternehmen in Gau-Odernheim als freie Mitarbeiterin. Eine
ihrer Aufgaben besteht darin, Homepage-Seiten, die nicht richtig funktionieren, für den Web-Auftritt wieder "flott" zu kriegen und dabei die funktionellen Erfordernisse mit dem künstlerischen Anspruch zu verknüpfen. Im Computer- und Grafiker-Jargon nennt sich das "Redesign".
Was sie an ihrem Job vor allem reizt, das ist die Freiheit und die Möglichkeit, "in der Praxis ständig Neues dazu zu lernen". Als weitere Interessengebiete nennt sie die Werbebranche
und das weite Feld der Fotografie. Das Ziel ist natürlich eine dicke Bewerbungsmappe. Fazit: "Ich will alles ausprobieren, es soll noch viel dazu kommen".
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